Sonntag, 13. Mai 2012

Aus alt und untragbar mach neu und stylish!

Dies ist ein älteres Projekt, aber für die die sich ein wenig für die Schneiderei interessieren vielleicht nicht ganz so uninteressant und als kleine Anregung auch nicht verkehrt. Das auf ebay ersteigerte Hosenpaket einer Freundin erwies sich als nicht 100 prozentiger Glücksgriff, denn leider wurden neben schönen und vor allem passenden Hosen auch welche mitgeliefert, die weder die richtige Größe hatten, noch optisch ansprechend waren.

Die sahen nur von vorne so aus,
hinten waren die Hosen total schlicht
und langweilig, nicht mal Gesäßtaschen gab es.

Meine erste Idee war ein Patchworkrock, aber wie das nun mal so ist, schweiften die Gedanken schnell ab und es wurde dann doch noch die ein oder andere Idee mehr entwickelt. Was aber von Anfang an fest stand, war dass der Bund der Hose, die glücklicherweise meiner Freundin passte, komplett bestehen bleiben sollte.


Fest stand, dass es ein Minirock werden sollte, also war der erste logische Schritt: Beine ab!



Damit aus der Hose ein Rock wird muss natürlich der Schrittbereich aufgetrennt werden...


...und dann wieder so zusammen genäht werden, das die vorder und Rückseite eine Fläche ergeben.


Um den Hosencharakter beizubehalten habe ich die Form der ehemalige Schrittnaht beibehalten und die Zwillingsnaht fortgeführt.


Vorne das selbe Spiel, nur leider war die neue Buchstaben Kombination des Druckes nicht ganz so optimal, denn aus "originals" wurde "orals" und das wiederum im Bereich des Schrittes...


Ratlosigkeit drängte mich dazu erstmal weiter zu arbeiten und mich diesem Problem etwas später zu widmen. Meine Aufmerksamkeit galt nun erst einmal der Rückseite. Gesäßtaschen waren nur ein Teil des Plans. In meinem Köpfchen hatte sich die Idee breit gemacht von einer Art Gürtel, der auf einer Seite breiterwerden sollte und jeweils in der Seitennaht enden sollte. Die Form habe ich zu erst auf dem Rock angezeichnet (um den genauen Verlauf zu sehen und den Verlauf der Seitennaht übernehmen zu können)  und dann mittels Transparentpapier abgenommen.


Die Form der Hosentaschen habe ich an einer normalen Jeans abgenommen, und komplett sieht das dann in etwa so aus...

Diese Teile habe ich dann aus den anderen Hosen zugeschnitten. Zwei Taschen, und die Gürtelteile jeweils Zweimal (außen und innen).


Anschließend habe ich die äußeren Gürtelteile mit Vlieseline beklebt, damit sich der "Gürtel" nicht ausdehnt wenn er geschlossen ist und der Stoff etwas Fester wird.



Dann folgten die Versturznähte.


Vor dem verstürzen muss natürlich noch eingeschnitten werden. Und damit der Rand nicht zu dick wird habe ich die mit Vlieseline beschichtete Seite noch etwas zurückgeschnitten.


Verstürzt und Gebügelt sieht das dann wie folgt aus. Nicht wundern der Quirl diente zum Verstürzen des Schmalen Teils, das lies sich nicht so einfach umdrehen. Was man auf dem Bild noch nicht sieht, ich habe die Kanten noch schmal abgesteppt, um dem ganzen wieder ein bissel Jeancharakter zu verleihen.


Die Nahtzugaben der Tasche müssen natürlich um gebügelt werden.


Da die Seitennähte sowieso aufgetrennt werden müssen um die Gürtelteile einzunähen, habe ich das noch vor dem aufnähen der Taschen gemacht um besser hantieren zu können.


Beide Taschen aufgenäht sieht das dann so aus...


Als nächstes sind die Seitennähte wieder zu schließen und dabei die Gürtelteile an der richtigen Position mit einzunähen. Sowohl links...


...als auch rechts.


Damit die Gürtelteile nicht so abstehen an der Seitennaht und um wieder den jeansartigen Look zu unterstreichen habe ich noch eine Niedersteppnaht an die Seite gesetzt.



Komplett sieht das dann wie folgt aus...


Jetzt braucht der "Gürtel natürlich auch noch einen Verschluss. Und da eine normale Gürtelschnalle ja viel zu langweilig ist, habe ich nach etwas anderem gesucht. Wer früher Latzhosen getragen hat kennt die Verschlüsse noch. die man dann in einen Knopf gehängt hat. Diese nietenknöpfe sollten nun auf die breitere Seite des Gürtels. Stilecht habe ich dazu die typischen Jeansknöpfe gekauft, die man mit der Zange vernietet.


Dann nur noch den "Hänger" auf der schmalen Seite einfädeln, und der Gürtel ist fertig.


Nun war es erst einmal an der Zeit sich dem "orals"-Problem zu widmen, Plan war es den Saum um zunähen, nur leider wusste ich noch nicht wie weit, also dachte ich erstmal die kleine fehlende Ecke mit etwas Jeansstoff zu füllen, in der Hoffnung das das vielleicht von dem Schriftzug ablenkt.


Mission gescheitert! als nächstes dachte ich das der Rock vielleicht garnicht so lang sein muss und der Schriftzug vielleicht wenigstens teilweise verschwindet wenn der Saum um genäht wird. Also ab zu meiner Freundin, Rock anprobieren und endgültige Länge festlegen. Und siehe da wir hatten Glück, am Ende ist dann fast nix mehr vom Schriftzug zu sehen. Da blieb nur noch ein letzter Schritt übrig um den Roch fertig zustellen: den Saum um nehen. natürlich wieder schön an die Jeansnähte angepasst.


Und da ist das gute Stück auch endlich fertig... 





Ich wünsche viel Spaß beim nachmachen und selber kreativ werden. Perfekte Jahreszeit um mal den Kleiderschrank auszumisten, und vielleicht die ein oder andere Klamotte aufzupimpen. ;)

Liebe Grüße
Mandy

Samstag, 12. Mai 2012

Bilder, Bilder, Bilder!

Hier sind endlich ein paar Bilder der Modenschau...















Es gab sogar eine kleine Showeinlage.






Wer mehr sehen möchte kann MANDY MAY design auch auf Facebook besuchen.

Liebe Grüße
Mandy

Donnerstag, 23. Februar 2012

Nach langer Zeit... Die Jackenbluse und das Hosen-update

Es ist viel Zeit vergangen seit meinem letzten Post. Es ist viel passiert, Die Jackenbluse ist fertig, die Hose ist nun endlich um ein paar Details reicher und die erste Modenschau für die neue Kollektion ist auch schon vorbei. Aber der Reihe nach. Die Jackenbluse hat manchmal ganz schön an meinen Nerven gezerrt, aber bei diesem Ergebnis hat sich die Mühe gelohnt.


Da ich mal wieder auf Streifen bestehen musste war auch  der kampf mit der Musterabstimmung vorprogrammiert. Problem bei diesem Muster war jedoch das der Raport (eine Mustereinheit mit deren Wiederholung ein größeres Muster entsteht) der Streifen zu groß und die Unregelmäßigkeit der Streifen innerhalb des Raports, eine gelungene Musterabstimmung unmöglich machten.


Also habe ich diesmal auf die Musterabstimmung verzichtet. Aber auch das war garnicht so einfach, da die Menge an Stoff doch sehr knapp bemessen war. Um den Stoff optimal auszunutzen war ein kleines Pusselspiel mit den Schnitteilen nötig, und nach langem hin und her kam dann diese Legevariante dabei heraus.



Sieht nicht nur verwirrend aus, ist es auch. Hier kommt dann quasi der Kragen rein.


Bei verstürzten Kannten wie z.B. bei Kragen oder Ausschnittkannten ist es optisch ansprechender wenn man die Rückseite/Innenseite ein wenig kleiner zuschneidet. Beim Bügeln sollte dann darauf geachtet werden das die Naht nicht dierekt an der Kannte liegt, sondern minimal auf der Innenseite.


Der sitz des Kragens sollte vor der Weiterverarbeitung überprüft werden, um eventuelle ausbesserungen vornehmen zu können bevor man z.B. ein Futter einnäht. 


Da ich wegen des Gewichtes der Jacke auf ein Futter verzichte, habe ich die Nahtzugaben mit Schrägband eingefasst, um die nicht so sehr ansehnlichen Overlocknäte zu vermeiden. Denn man darf nicht vergessen das man das Innenleben der Jacke ja durch den Reifrock sehen kann. Und das gewicht der Jacke ist daher wichtig, da auf Grund der Länge im hinteren Bereich der Jacke der Reifrock leicht nach vorne gebogen wird, um das zu verhindern darf die Jacke eben nicht zu viel wiegen.


Ja, mit etwas übung lassen sich Ärmel auch ohne Raffnähte einnähen, man braucht halt nur die ein oder andere Nadel.


Das Rohmodel ist fertig.


Noch etwas Spitze an Kragen und Saumkanten, und ein Gürtel für die Taille, und schon ist das Werk vollbracht.



Bezüglich der Hose habe ich mich nun weder für Kupfer noch für Silber entschieden, nein Altmessing ist es geworden. Zwei ungleich lange Reißverschlüsse im hinteren Seitenbereich der Hosenbeine erleichtern das Anziehen und sind auch noch schnmückendes Beiwerk.


Altmessing ist auch der Knopf für den Hosenbund.


Tadaaaa! Einen Post zur Modenschau wird es auch geben, allerdings möchte ich dafür noch ein Paar Fotos sammeln...

Bis dahin noch eine angenehme Woche und bis bald!
Mandy

Montag, 6. Februar 2012

Der Reifrock bekommt Gesellschaft

Das Probemodell für  Jackenbluse ist soweit fertig. Ich habe quasi einen Mixschnitt aus Kleid und Bolero gewählt, und noch einen Reverskragen mit hohlem bruch hinzugefürgt.



Als erstes wieder Linienführungskontrolle ohne die Ärmel, denn falls sich im Bereich des Armlochs etwas ändert, weil zum Beispiel wenn etwas Weite an den Seitennähten geändert werden muss, dann wäre die Arbeit für den Ärmel umsonst. Wenn sich nämlich das Armloch verändert, dann muss man auch den Schnitt für den Ärmel ändern, was aufwändiger sein kann als den Ärmel neu zu konstruieren, um sich das zu sparen, sollte man den Ärmel erst dann konstruieren wenn die Weite und Form des Armlochs komplett fest steht.


Hat man den Ärmel konstruiert, braucht man für das Probemodell erstmal nur einen Ärmel zuzuschneiden. Das spart Material und lässt Spielraum für Änderungen am Ärmel, denn Falls man Änderungen vornimmt kann man das zweite Armloch gleich für den abgeänderten Ärmel nutzen und kann somit auch gleich vergleichen wie sich die Änderungen auswirken.


In diesem Fall hat der Ärmel gleich gepasst, nur ein klenes bischen Länge muss ich für das Original hinzugeben. Außerdem habe ich vorne im unteren Bereich der Jackenbluse noch etwas Weite zugegeben und kleinere Änderungen am Revers vorgenommen. Im Hinteren Bereich bin ich schon recht zufreiden gewesen, die Weite fällt schön und die Linien verlaufen auch so wie ich das möchte.


So, dann kann es jetzt losgehen mit der Umsetzung des Originals.


Bis bald und liebe Grüße
Mandy

Donnerstag, 2. Februar 2012

Merke: experimentelle Arbeitsweise kann viel Zeit kosten


Um etwas mehr Extravaganz in meine Kollektion zubringen, habe ich mich zu einem etwas ausladenderen Outfit hinreißen lassen. Ein Reifrock der allerdings nicht für drunter gedacht ist, sondern als tatsächliches Element des Outfits. Dazu soll noch ein jackenartiges Oberteil entstehen, ähnlich dem Oberteil im folgenden Bild.


Angefangen habe ich mit den vertikalen Tunneln, in die ich ursprünglich auch noch Verstärkung einarbeiten wollte.


Und dann ging es Stück für Stück weiter mit den horizontalen Tunneln. Als Verstärkung habe ich einfache durchnähbare Miederstäbe von der Rolle genommen, die halten zwar nicht so viel aus, sind aber dafür leichter. Übrigens nur um mal in Zahlen zu sprechen, ich habe hier ca. 18 Meter Miederverstärkung verarbeitet.


Als dann alle horizontalen reifen fertig waren, musste ich leider feststellen das sie Reifen nicht in Form blieben. Die vertikale Verstärkung hat das leider noch verschlimmert, daher habe ich sie wieder entfernt und statt dessen die Anzahl der horizontalen Tunnel verdoppelt.


Zum Schluss habe ich noch einen breiten Gummi als Bund genommen, somit ist der Rock für mehrere Größen passend.


Einien Post für das Oberteil wird es natürlich auch geben und wie ich mich wegen der Hose entschieden habe werdet ihr auch bald erfahren.

Liebe Grüße und bis bald...
Mandy